Eine Konzertgitarre kann leer perfekt gestimmt sein und trotzdem in der siebten oder zwölften Lage schief klingen. Grund dafür ist fast immer die Länge der schwingenden Saite. Eine kompensierte Stegeinlage verlängert jede Saite um genau das kleine Stück, das sie braucht. Dann treffen auch gegriffene Töne die richtige Tonhöhe. Wir zeigen Ihnen, was hinter der Kompensation steckt, wie Sie die Intonation Ihrer klassischen Gitarre in zehn Minuten prüfen und wie man die Stegeinlage nachbessert, ohne Saitenlage und Spielgefühl zu verderben.
Kurz gesagt
- Beim Greifen wird die Saite gedehnt und ihre Spannung steigt. Deshalb klingt der gegriffene Ton etwas zu hoch, besonders in hohen Lagen. Die Kompensation gleicht das durch eine minimal längere Saite aus.
- Zur Prüfung vergleichen Sie am 12. Bund den Flageolett-Ton mit dem gegriffenen Ton, Saite für Saite, mit frischen Saiten und einem genauen Stimmgerät.
- Ist der gegriffene Ton höher als das Flageolett, muss die Saite länger werden. Ist er tiefer, muss sie kürzer werden.
- Bevor Sie die Stegeinlage verändern, sollten Sie Saiten, Saitenlage und Sattel als Ursache ausschließen.
- Bei wertvollen, alten oder historischen Gitarren gehört die Korrektur in Fachhände. Die originale Stegeinlage wird dabei aufbewahrt.
Inhaltsverzeichnis
- Was Kompensation an der Stegeinlage bedeutet
- Intonation der klassischen Gitarre prüfen: Schritt für Schritt
- Erst andere Ursachen ausschließen
- So wird die Stegeinlage kompensiert
- Selbst korrigieren oder zum Gitarrenbauer?
- Besonderheit bei Vintage- und historischen Gitarren
- Unsere Sicht: Intonation ist Teil der Qualität
- Eine Konzertgitarre, die schon stimmt
- Häufige Fragen
- Quellen
Was Kompensation an der Stegeinlage bedeutet
Die Bünde einer Gitarre sitzen dort, wo eine ideale, unendlich dünne Saite mit konstanter Spannung die richtigen Halbtöne ergeben würde. Echte Saiten verhalten sich anders. Eine akustische Studie im Journal of the Acoustical Society of America beschreibt zwei Effekte: Beim Greifen steigt die Saitenspannung, und auch die Biegesteifigkeit der Saite verändert die Tonhöhe. Ausgeglichen wird das, indem Sattel und Steg um kleine Abstände versetzt werden.
In der deutschen Werkstattsprache meint Kompensation deshalb die Schrägstellung der Stegeinlage und die damit verbundene individuelle Verlängerung der Saiten. Sie gleicht die Spannung aus, die beim Niederdrücken der Saite entsteht.
Warum gegriffene Töne zu hoch klingen
Wenn Sie eine Saite auf den Bund drücken, ziehen Sie sie ein Stück nach unten. Die Saite wird dabei minimal gedehnt, ihre Spannung nimmt zu und der Ton steigt. Je höher die Saitenlage ist, desto weiter muss die Saite nach unten und desto stärker steigt die Spannung. Deshalb gilt in der Werkstatt die Regel, dass vor dem Einstellen der Intonation die gewünschte Saitenlage stehen muss.
Dazu kommt die Steifigkeit. Eine dicke, steife Saite schwingt nicht bis ganz an Sattel und Steg heran wie eine ideal biegsame Saite. Sie wirkt dadurch kürzer, als sie gemessen ist, und klingt höher. Bei einem Nylonsatz fällt das vor allem bei den dicken Saiten auf: bei der tiefen E-Saite und bei der G-Saite, der dicksten unumsponnenen Saite im Satz. Die dünne, biegsame hohe E-Saite braucht am wenigsten Zugabe.

Wie eine kompensierte Stegeinlage aussieht
Bei einer klassischen Gitarre sitzt die Stegeinlage in einem geraden Schlitz im Steg. Die Kompensation zeigt sich trotzdem: Bei einer korrekt eingestellten Konzertgitarre steht die Stegeinlage meist leicht schräg. Die tiefe E-Saite bekommt den längsten Weg, die hohe E-Saite den kürzesten. Manche Einlagen sind gerade eingesetzt, haben aber einen Scheitel, der für einzelne Saiten nach hinten versetzt ist, oft gut sichtbar an der G-Saite. Das ist die Form, die Sie auch bei vielen vorgeformten Einlagen mit dem Zusatz „G-Saite kompensiert“ finden.
Wer tiefer einsteigen will, wie Sattel, Bünde und Steg zusammenspielen, findet in unserem Beitrag zur Bedeutung der Intonation für Klang und Setup die Grundlagen für alle Gitarrentypen.
Intonation der klassischen Gitarre prüfen: Schritt für Schritt
Die wichtigste Prüfung ist schnell erledigt. Die Fachpresse beschreibt sie so: Stimmen gegriffener Ton und Flageolett am 12. Bund in der Frequenz überein, ist die Gitarre oktavrein. So gehen Sie vor:
- Frische Saiten aufziehen und einspielen. Neue Nylonsaiten dehnen sich tagelang nach. Prüfen Sie erst, wenn die Stimmung über einige Stunden stabil bleibt. Alte Saiten mit Kerben unter den Bünden oder ungleichmäßigem Kern verfälschen jedes Ergebnis.
- Raumklima beachten. Messen Sie bei normaler Zimmertemperatur und nicht direkt nach dem Transport aus dem kalten Auto. Holz und Nylon reagieren auf Temperatur und Luftfeuchte.
- Genaues Stimmgerät nutzen. Ein chromatisches Stimmgerät mit Cent-Anzeige ist Pflicht. Ein Cent ist ein Hundertstel Halbton. Klemmstimmgeräte reichen für einen ersten Eindruck, ein Stimmgerät mit Mikrofon oder eine gute App in ruhiger Umgebung zeigt feinere Unterschiede.
- Leersaite exakt stimmen. Stimmen Sie die Saite in Spielposition, also mit der Gitarre auf dem Bein, so wie Sie sie spielen.
- Flageolett am 12. Bund messen. Berühren Sie die Saite leicht direkt über dem 12. Bundstäbchen und schlagen Sie sie an. Der Ton sollte genau eine Oktave über der Leersaite liegen. Notieren Sie den Wert.
- Gegriffenen Ton am 12. Bund messen. Greifen Sie mit normalem Druck, nicht fester als beim Spielen. Schlagen Sie die Saite mit gleicher Stärke und an gleicher Stelle an. Notieren Sie die Abweichung in Cent.
- Mit allen sechs Saiten wiederholen. Erst das Gesamtbild zeigt, ob eine einzelne Saite aus der Reihe tanzt oder die ganze Einlage falsch steht.
- Gegencheck in anderen Lagen. Vergleichen Sie zusätzlich das Flageolett am 7. Bund mit dem gegriffenen Ton am 19. Bund (beide ergeben Oktave plus Quinte) und das Flageolett am 5. Bund mit dem gegriffenen Ton am 24. Ton-Äquivalent, soweit Ihr Griffbrett reicht. Prüfen Sie außerdem die ersten drei Bünde gegen die gestimmte Leersaite der nächsten Saite. So erkennen Sie, ob das Problem eher am Steg oder eher am Sattel liegt.
Wichtig ist, dass Sie jede Messung zwei- oder dreimal wiederholen. Ein einzelner zu kräftiger Anschlag treibt den Ton kurz nach oben und täuscht eine Abweichung vor.
Was die Messwerte bedeuten
Die Grundregel aus der Werkstatt lautet: Ist der gegriffene Ton höher als das Flageolett, muss die Schwingungslänge erhöht werden. Aus den Messwerten lassen sich typische Muster ablesen:
| Befund | Wahrscheinliche Ursache | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Gegriffener Ton am 12. Bund zu hoch, auf mehreren Saiten | Zu wenig Kompensation oder zu hohe Saitenlage | Erst Saitenlage prüfen, dann Auflagepunkt nach hinten versetzen |
| Nur die G-Saite deutlich zu hoch | Steife, dicke Nylonsaite ohne eigene Kompensation | Scheitel der Einlage an der G-Saite nach hinten versetzen |
| Gegriffener Ton am 12. Bund zu tief | Saite zu lang, Einlage zu weit hinten oder falsch geformt | Auflagepunkt nach vorn versetzen, meist neue Einlage |
| 12. Bund stimmt, erste Bünde zu hoch | Sattelkerben zu hoch oder Sattel ohne Kompensation | Sattel prüfen lassen, nicht die Stegeinlage |
| Werte springen bei jeder Messung | Alte oder fehlerhafte Saite, unruhiger Anschlag | Saite tauschen, Messung wiederholen |
| Alle Saiten gleichmäßig verschoben | Steg oder Mensur insgesamt versetzt | Fall für den Gitarrenbauer |
Kleine Abweichungen von wenigen Cent sind bei einer Gitarre mit gleichstufigen Bünden normal. Auch eine sehr gut eingestellte Konzertgitarre ist ein Kompromiss. Entscheidend ist, ob die Abweichungen im Spiel hörbar stören, etwa bei Barréakkorden in der siebten Lage oder bei Melodien über dem 12. Bund.
Erst andere Ursachen ausschließen
Die Stegeinlage ist nicht immer schuld. Die Fachpresse weist darauf hin, dass bei modernen Gitarren die Bünde meist an den richtigen Stellen sitzen und Unstimmigkeiten häufiger an Sattel oder Stegeinlage liegen. Gehen Sie diese Liste durch, bevor Sie an der Einlage etwas ändern:
- Saiten: Ein neuer Satz löst viele Intonationsprobleme sofort. Auch die Saitenspannung spielt eine Rolle: Ein Wechsel von normaler auf harte Spannung oder auf Carbonsaiten verändert das Verhalten der Saiten unter dem Finger.
- Saitenlage: Je höher die Saiten über dem Griffbrett liegen, desto stärker steigt der Ton beim Greifen. Wer die Saitenlage absenkt, verbessert oft auch die Intonation.
- Sattel: Zu hohe Sattelkerben machen vor allem die ersten Bünde zu hoch. Hier hilft keine Änderung am Steg. Wie der Sattel Klang und Spielbarkeit beeinflusst, erklären wir im Beitrag zur Funktion des Sattels bei Gitarren.
- Bünde: Abgespielte, flache oder unsauber abgerichtete Bünde verschieben den Punkt, an dem die Saite tatsächlich aufliegt.
- Halskrümmung und Deckenverformung: Eine Decke, die sich hinter dem Steg aufwölbt, kann den Steg leicht nach vorn kippen lassen. Das verändert Saitenlage und Schwingungslänge zugleich.
- Spieltechnik: Wer sehr fest greift oder die Saite beim Greifen seitlich zieht, treibt jeden Ton nach oben. Prüfen Sie mit Ihrem normalen Greifdruck.
So wird die Stegeinlage kompensiert
Das Prinzip ist bei allen Methoden gleich: Entscheidend ist der Punkt, an dem die Saite die Einlage zuletzt berührt. Liegt er weiter hinten, wird die Saite länger und der gegriffene Ton tiefer. Liegt er weiter vorn, wird die Saite kürzer.
Den Scheitelpunkt neu formen
Ist die Einlage dick genug, kann der Scheitel für einzelne Saiten nach hinten verlegt werden. Dazu wird die Oberseite vorn leicht abgeschrägt, sodass die Saite erst weiter hinten aufliegt. Diese Methode verändert die Schwingungslänge um Bruchteile eines Millimeters. Wichtig: Die Höhe der Einlage an diesem Punkt darf nicht sinken, sonst sinkt die Saitenlage und die Saite kann schnarren. Deshalb wird nie die gesamte Kante abgefeilt, sondern nur die Vorderflanke geformt.
Eine neue, kompensierte Einlage anfertigen
Ist die Abweichung groß oder muss der Auflagepunkt nach vorn, führt kein Weg an einer neuen Einlage vorbei. Sie wird aus einem Rohling auf die Breite des Schlitzes geschliffen, auf die richtige Höhe gebracht und dann für jede Saite einzeln geformt. Die Unterseite muss plan auf dem Schlitzboden aufliegen. Nur so überträgt die Einlage die Schwingungen sauber auf die Decke, und bei Gitarren mit Tonabnehmer unter der Einlage klingen alle Saiten gleich laut.
Reihenfolge, die Zeit spart
- Saitenlage am 12. Bund auf das gewünschte Maß bringen.
- Sattel prüfen und bei Bedarf korrigieren.
- Neue Saiten aufziehen und einspielen.
- Intonation Saite für Saite messen und notieren.
- Auflagepunkte in kleinen Schritten korrigieren, nach jedem Schritt neu stimmen und messen.
Spielt das Material eine Rolle?
Knochen, Kunststoff, Karbon oder fossiles Elfenbein unterscheiden sich in Härte, Klang und Haltbarkeit. Für die Intonation zählt aber die Geometrie, also wo die Saite aufliegt. Eine Knocheneinlage mit falschem Scheitel intoniert nicht besser als eine Kunststoffeinlage mit richtigem. Das Material wählen Sie nach Klang und Original-Zustand des Instruments, die Kompensation nach der Messung.
Wenn die Stegeinlage nicht reicht
Manchmal ist der ganze Steg falsch positioniert. Dann helfen nur aufwendige Eingriffe. Gitarrenbauer haben auch andere Wege gesucht: Schon in einer traditionsreichen deutschen Gitarrenbauerfamilie entstanden Griffbretter mit empirisch gesetzten Bünden, deren gegriffene Töne der Stimmung eines wohltemperierten Klaviers entsprachen. Heute gibt es zudem Systeme mit beweglichen oder gebogenen Bünden für eine genauere Intonation einzelner Töne. Für die allermeisten Konzertgitarren ist eine sauber kompensierte Stegeinlage aber die passende Lösung.
Selbst korrigieren oder zum Gitarrenbauer?
Vieles können Sie als Spieler selbst erledigen: Saiten wechseln, Intonation messen, Werte notieren und auf dieser Grundlage entscheiden. Auch eine einfache Einlage gegen eine vorgeformte, kompensierte Einlage zu tauschen, ist für geübte Hände machbar, wenn Schlitzbreite und Höhe passen und Sie geduldig in kleinen Schritten schleifen.
In die Werkstatt gehört die Arbeit in diesen Fällen:
- Die Messung zeigt, dass alle Saiten gleichmäßig verschoben sind. Dann liegt das Problem wahrscheinlich bei der Position des Stegs.
- Die Saitenlage ist bereits niedrig und eine neue Einlage würde sie weiter absenken.
- Der Stegschlitz ist ausgebrochen, zu weit oder nicht gerade.
- Die Decke wölbt sich hinter dem Steg oder der Steg löst sich.
- Es handelt sich um eine wertvolle Meistergitarre, ein Vintage-Instrument oder eine historische Gitarre.
Nehmen Sie Ihre Messwerte mit. Eine Tabelle mit den Abweichungen pro Saite am 12. und 19. Bund spart in der Werkstatt Zeit und zeigt sofort, wo angesetzt werden muss.
Besonderheit bei Vintage- und historischen Gitarren
Bei alten Konzertgitarren ist die Stegeinlage Teil der Geschichte des Instruments. Eine originale Einlage trägt zur Bewertung bei, genauso wie originale Mechaniken oder unberührter Lack. Deshalb wird sie bei einer Korrektur nicht abgeschliffen, sondern gegen eine neue Einlage getauscht und sorgfältig aufbewahrt. So bleibt der Eingriff jederzeit umkehrbar.

Viele ältere Instrumente wurden für andere Saiten gebaut als die, die heute aufgezogen werden. Ältere Saiten aus Darm oder frühem Nylon verhielten sich anders unter dem Finger. Eine Gitarre, die mit modernen Saiten nicht sauber intoniert, ist also nicht automatisch fehlerhaft. Oft braucht sie nur ein Setup, das zu den heutigen Saiten passt.
Wenn Sie eine gebrauchte Gitarre kaufen wollen, gehört die Intonationsprüfung zu den ersten Tests. Wie Sie dabei vorgehen und worauf Sie außerdem achten, zeigt unsere Anleitung zum Bewerten gebrauchter Gitarren. Wie Bauweise und Klang einer Konzertgitarre zusammenhängen, lesen Sie im Beitrag Konzertgitarre erklärt.
Unsere Sicht: Intonation ist Teil der Qualität
Wir prüfen jede Gitarre, bevor sie in unseren Shop kommt. Für uns gehört die Intonation dazu wie Klang, Bespielbarkeit und Zustand. Eine Konzertgitarre kann noch so schön klingen: Wenn die G-Saite in der siebten Lage zu hoch liegt, wird jedes Barré zur Geduldsprobe. Gerade bei klassischen Gitarren, Flamencogitarren und handgebauten Meisterinstrumenten entscheidet ein sauberes Setup darüber, ob das Potenzial des Instruments hörbar wird.
Wir arbeiten eng mit renommierten Gitarrenbauern zusammen, weil Intonation Handwerk ist. Eine Stegeinlage zu kompensieren heißt, Saitenlage, Sattel, Saiten und Spielweise zusammen zu betrachten. Bei Vintage- und historischen Instrumenten kommt der Respekt vor dem Original dazu. Wir raten deshalb: Messen Sie selbst, verstehen Sie Ihr Instrument, und überlassen Sie Eingriffe an wertvollen Gitarren Menschen, die täglich mit solchen Instrumenten arbeiten. Mehr darüber, warum diese Sorgfalt den Unterschied macht, lesen Sie in unserem Beitrag über die Rolle der Handwerkskunst bei Gitarren.
— Vintage
Eine Konzertgitarre, die schon stimmt
Sie suchen eine Konzertgitarre, die von Fachleuten geprüft ist und in allen Lagen sauber klingt? In unserem Shop finden Sie ausgewählte klassische Gitarren, Flamencogitarren und historische Gitarren, restauriert, gepflegt und mit ausführlicher Beschreibung.

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Häufige Fragen
Braucht jede klassische Gitarre eine kompensierte Stegeinlage?
Jede Gitarre braucht etwas Zugabe zur rechnerischen Mensur, weil gegriffene Saiten sonst zu hoch klingen. Ob zusätzlich einzelne Saiten an der Einlage kompensiert werden, hängt von Saiten, Saitenlage und Bauweise ab. Ihre Messung am 12. Bund zeigt, ob Ihr Instrument mehr braucht.
Warum ist die G-Saite so oft zu hoch?
Die G-Saite ist bei Nylonsätzen die dickste unumsponnene Saite und damit vergleichsweise steif. Steife Saiten wirken kürzer, als sie sind, und klingen gegriffen höher. Deshalb wird der Scheitel der Einlage an dieser Saite oft ein Stück nach hinten versetzt.
Verändert eine neue Stegeinlage den Klang?
Ja, Material, Passform und Höhe beeinflussen, wie die Schwingungen auf die Decke übertragen werden. Eine plan aufliegende Einlage aus Knochen klingt anders als eine aus Kunststoff. Bei Vintage-Gitarren sollte die originale Einlage aufbewahrt werden, damit der ursprüngliche Zustand erhalten bleibt.
Wie oft sollte ich die Intonation prüfen?
Prüfen Sie sie nach jedem Wechsel der Saitenmarke oder -spannung, nach einer Änderung der Saitenlage und beim Kauf einer gebrauchten Gitarre. Auch nach starken Klimawechseln lohnt sich ein kurzer Check am 12. Bund. Die Messung dauert für alle sechs Saiten nur wenige Minuten.
Quellen
Classical guitar intonation and compensation, Journal of the Acoustical Society of America
G&B-Basics: Bundreinheit, Oktavreinheit und Intonation
Repair Talk: Intonation, Endkontrolle & Soundcheck
Intonation der klassischen Gitarre

