Eine gute Verkaufsanzeige für eine Gitarre beantwortet die Fragen ernsthafter Käufer, bevor sie gestellt werden. Was ist es genau? In welchem Zustand ist das Instrument? Was ist daran gemacht worden? Warum kostet es diesen Preis? Wer Hersteller, Modell, Baujahr, Zustand und Reparaturen klar benennt, gute Fotos zeigt und einen begründeten Preis nennt, bekommt weniger Fragen, bessere Angebote und Käufer, die nach der Übergabe zufrieden bleiben. Hier lesen Sie, wie wir als Händler für Vintage- und Meistergitarren eine solche Anzeige aufbauen. Am Ende finden Sie eine Muster-Anzeige, die Sie für Ihr eigenes Instrument anpassen können.
Kurz gesagt
- Die Überschrift nennt Hersteller, Modell, Baujahr und den wichtigsten Pluspunkt. „Gitarre zu verkaufen“ allein reicht nicht.
- Der Text folgt einer festen Reihenfolge: Eckdaten, Hölzer und Maße, Zustand, Reparaturen und Umbauten, Zubehör, Preis und Abwicklung.
- Nennen Sie jeden bekannten Mangel offen. Das schafft Vertrauen und ist im Privatverkauf auch rechtlich die Voraussetzung für einen wirksamen Gewährleistungsausschluss.
- Fotos zeigen das ganze Instrument: Decke, Boden, Zargen, Kopfplatte vorn und hinten, Bünde, Steg, Etikett oder Seriennummer und jede Macke aus der Nähe.
- Bei Vintage-, historischen und Meisterinstrumenten sollten Sie den Wert vor der Anzeige fachlich einschätzen lassen. Ein falscher Preis kostet dort schnell mehr als jede Bewertung.
Inhaltsverzeichnis
- Vor dem Schreiben: Fakten sammeln
- Die Überschrift: Was in die erste Zeile gehört
- Der Anzeigentext Schritt für Schritt
- Fotos, die verkaufen
- Rechtliches: Privatverkauf, Gewährleistung und Versand
- Muster-Anzeige zum Anpassen
- Den Preis festlegen
- Fehler, die Käufer abschrecken
- Unsere Sicht: Was eine Anzeige für ein besonderes Instrument leisten muss
- Wenn Sie die Anzeige lieber nicht selbst schreiben
- Häufige Fragen
- Quellen
Vor dem Schreiben: Fakten sammeln
Schreiben Sie die Anzeige nicht aus dem Gedächtnis. Legen Sie die Gitarre auf den Tisch und notieren Sie alles, was ein Kenner wissen will. Diese Liste ist das Gerüst Ihres Textes:
- Hersteller oder Gitarrenbauer: bei Meistergitarren der Name des Gitarrenbauers, die Werkstatt und der Ort.
- Modell und Baujahr: steht oft auf dem Zettel im Schallloch, auf der Kopfplatte oder in der Seriennummer. Wenn Sie es nicht sicher wissen, schreiben Sie „vermutlich“ und begründen Sie kurz, warum.
- Herkunft: Land und, bei spanischen Gitarren, gern die Region oder Schule, etwa Madrid oder Granada.
- Hölzer: Decke (Fichte oder Zeder, massiv oder laminiert), Boden und Zargen, Hals und Griffbrett. Schreiben Sie nur, was Sie belegen können.
- Maße: Mensur, Sattelbreite, Saitenlage am 12. Bund. Konzertgitarrenspieler achten genau darauf, und bei Flamencogitarren ist eine niedrige Saitenlage ein Verkaufsargument.
- Elektrik bei E-Gitarren: Tonabnehmer, Potis, Schalter. Sind sie original oder getauscht?
- Reparaturen und Umbauten: Risse, geleimte Stellen, Bundierung, neuer Steg, Sattel, Mechaniken, Nachlackierung.
- Unterlagen: Rechnung, Zertifikat, Gutachten, frühere Besitzer, Fotos aus der Zeit vor einer Restaurierung.
- Zubehör: Koffer, Gigbag, Originalteile, Werkstattbelege.
Gerade die Unterlagen werden bei älteren Instrumenten unterschätzt. Eine belegte Geschichte macht aus einer gebrauchten Gitarre ein Sammlerstück. Woran Sie diese Geschichte erkennen und wie Sie sie dokumentieren, steht in unserem Leitfaden zur Gitarrenhistorie.
Bei historischen Instrumenten mit geschützten Tropenhölzern, etwa Rio-Palisander, können zusätzlich Artenschutzregeln greifen. Prüfen Sie vor dem Inserieren, welche Herkunftsnachweise Sie haben, und erwähnen Sie sie in der Anzeige. Käufer im Ausland fragen danach als Erstes.
Die Überschrift: Was in die erste Zeile gehört
Die Überschrift entscheidet, ob Ihre Anzeige gefunden und geöffnet wird. Käufer suchen nach Markennamen und Modellen, nicht nach „schöne Gitarre“. Die Verbraucherzentrale rät schon für Auktionstitel, Marke, Größe und Farbe exakt zu benennen. Für Gitarren heißt das:
Formel: Hersteller oder Gitarrenbauer + Modell + Baujahr + Holz oder Ausführung + ein starkes Merkmal.
| Schwache Überschrift | Starke Überschrift |
|---|---|
| Gitarre zu verkaufen | Konzertgitarre, Gitarrenbauer aus Granada, 1978, Zederndecke massiv, mit Koffer |
| Alte Flamencogitarre, super Klang | Flamencogitarre Blanca 1965, Zypresse/Fichte, Holzwirbel, spielfertig |
| E-Gitarre Vintage!!! | E-Gitarre Baujahr 1972, Originallack, Tonabnehmer original, Koffer |
| Akustikgitarre wie neu | Westerngitarre Dreadnought 2004, massiv Fichte/Palisander, rissfrei |
Vermeiden Sie Ausrufezeichen, Großbuchstaben und Wörter wie „Rarität“ oder „Top-Zustand“, die Sie nicht belegen können. Erfahrene Käufer lesen sie als Warnsignal.
Der Anzeigentext Schritt für Schritt
Ein guter Anzeigentext ist kein Werbetext, sondern ein sachliches Datenblatt mit ein paar persönlichen Sätzen. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:
- Einleitungssatz: Was ist es, und warum verkaufen Sie? Ein Satz reicht, etwa: „Ich verkaufe meine Konzertgitarre, weil ich inzwischen fast nur noch Flamenco spiele.“ Ein nachvollziehbarer Grund nimmt Käufern das Misstrauen.
- Eckdaten als Liste: Hersteller, Modell, Baujahr, Herkunft, Seriennummer (gern teilweise unkenntlich gemacht), Hölzer, Mensur, Sattelbreite.
- Klang und Bespielbarkeit: kurz und konkret. „Warmer, tragfähiger Bass, klare Diskantsaiten, Saitenlage am 12. Bund 3,5 mm (E6) und 3 mm (e1)“ sagt mehr als „traumhafter Klang“.
- Zustand: ehrlich und vollständig, siehe den nächsten Abschnitt.
- Reparaturen und Umbauten: was, wann und von wem. „Riss im Boden 2019 von einem Gitarrenbauer fachgerecht geleimt und mit Querleisten gesichert“ ist eine gute Angabe.
- Zubehör und Unterlagen: Koffer, Rechnung, Zertifikat, Originalteile.
- Preis und Verhandlungsbasis: Festpreis oder VB, und ob Sie Tauschangebote wollen.
- Abwicklung: Abholung und Anspielen möglich? Versand versichert? Zahlungsarten?
- Rechtlicher Hinweis: Privatverkauf mit Gewährleistungsausschluss, dazu weiter unten mehr.
Schreiben Sie in kurzen Absätzen. Viele Käufer lesen auf dem Smartphone, und ein Block ohne Absätze wird übersprungen.
Den Zustand ehrlich beschreiben
Käufer verzeihen Gebrauchsspuren, aber keine Überraschungen. Ein verschwiegener Riss ruiniert jeden Verkauf spätestens bei der Übergabe. Nutzen Sie eine nachvollziehbare Stufe und begründen Sie sie:
| Zustandsstufe | Bedeutung | Typische Formulierung |
|---|---|---|
| Neuwertig | kaum gespielt, keine sichtbaren Spuren | „keine Kratzer, Bünde ohne Einlaufspuren“ |
| Sehr gut | leichte Spielspuren, technisch einwandfrei | „feine Kratzer im Lack, nur bei Streiflicht sichtbar“ |
| Gut | deutliche Gebrauchsspuren, voll spielbar | „Dellen an der Zarge, Bünde leicht eingelaufen“ |
| Gebraucht mit Reparatur | fachgerecht reparierte Schäden | „Deckenriss geleimt, stabil, Rechnung vorhanden“ |
| Restaurierungsbedürftig | Arbeit nötig, bevor man darauf spielen kann | „Halsreset empfohlen, Steg löst sich hinten“ |
Nennen Sie für jede Macke den Ort und die Größe: „Lackabplatzer ca. 5 mm an der unteren Zarge, Bassseite“. Wie stark Risse den Preis beeinflussen und was eine Reparatur kostet, erklärt unser Beitrag über Risse in der Gitarre und ihren Wert.
Fotos, die verkaufen
Fotos sind die Hälfte der Anzeige. Ein Käufer, der Ihre Gitarre nicht in die Hand nehmen kann, prüft sie mit den Augen. Diese Aufnahmen sollten dabei sein:
- Gesamtansicht vorn und hinten, gerade aufgenommen, vor ruhigem Hintergrund
- Decke im Streiflicht, damit Wölbungen, Risse und Lackzustand erkennbar sind
- Boden und beide Zargen
- Kopfplatte vorn und hinten, mit den Mechaniken
- Halsfuß und Übergang zum Korpus
- Griffbrett und Bünde, vor allem im unteren Bereich
- Steg und Stegeinlage, bei Konzertgitarren auch die Saitenbefestigung
- Zettel im Schallloch, Brandstempel oder Seriennummer
- jede Macke und jede Reparaturstelle in Nahaufnahme
- Koffer und Zubehör
Fotografieren Sie bei Tageslicht ohne Blitz, denn der Blitz verändert die Lackfarbe und verdeckt Kratzer. Reinigen Sie das Instrument vorher und ziehen Sie frische Saiten auf. Eine frisch besaitete, saubere Gitarre wirkt auf Fotos und beim Anspielen deutlich besser. Wie Sie dabei vorgehen, ohne Lack oder Holz zu schaden, zeigt unsere Anleitung zur Gitarrenreinigung.
Ein kurzes Klangvideo mit ein paar Akkorden und einer Melodie über das ganze Griffbrett ersetzt viele Rückfragen. Spielen Sie dabei ohne Effekte und nehmen Sie den Ton nicht zu nah am Schallloch auf.
Rechtliches: Privatverkauf, Gewährleistung und Versand
Auch privat verkaufen heißt nicht, ohne Regeln zu verkaufen. Der Verein Geld und Verbraucher weist darauf hin, dass sich auch gelegentliche Privatverkäufer an rechtliche Vorgaben halten müssen. Drei Punkte betreffen Ihre Anzeige direkt.
Gewährleistungsausschluss: Als Privatperson können Sie die Gewährleistung ausschließen. Eine übliche Formulierung lautet: „Dies ist ein Privatverkauf. Die Ware wird unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung verkauft.“ Laut Verbraucherzentrale zum Secondhand-Verkauf schützt dieser Satz aber nur, wenn Sie bekannte Mängel ausdrücklich nennen. Wer regelmäßig verkauft und den Satz immer gleich verwendet, riskiert, dass er wie Allgemeine Geschäftsbedingungen behandelt wird. Dann gelten strengere Anforderungen, und eine Haftung für grobes Verschulden lässt sich nicht ausschließen. Verkaufen Sie häufiger oder geht es um ein sehr wertvolles Instrument, lassen Sie Ihre Formulierung vorher von einer Verbraucherzentrale oder einem Anwalt für Kaufrecht prüfen.
Versand: Beim Versand an einen privaten Käufer geht das Transportrisiko nach Angaben der Verbraucherzentrale auf den Käufer über, sobald Sie das Paket ordnungsgemäß aufgegeben haben und das belegen können, etwa mit dem Einlieferungsbeleg. Heben Sie den Beleg deshalb auf. Dokumentieren Sie den Zustand der Gitarre, die Verpackung und das fertige Paket mit Fotos. Verwenden Sie einen stabilen Gitarrenkarton oder einen Koffer in einem Karton, lockern Sie die Saiten etwas und polstern Sie Kopfplatte, Hals und Steg besonders gut. Schreiben Sie in die Anzeige, wie Sie versenden und ob der Käufer eine höhere Versicherung wünschen kann.

Zahlung und Übergabe: Bei wertvollen Instrumenten ist die Abholung mit Anspielen und Barzahlung oder Überweisung vor Ort die sicherste Lösung. Seien Sie vorsichtig bei Käufern, die ohne Rückfragen sofort kaufen wollen, einen Kurier schicken möchten oder einen Link zur „Zahlungsbestätigung“ senden. Welche Maschen im Gitarrenhandel verbreitet sind, beschreibt unser Beitrag Betrug beim Gitarrenkauf vermeiden. Die Tricks laufen meist auch umgekehrt, gegen Verkäufer.
Muster-Anzeige zum Anpassen
Das folgende Beispiel ist erfunden und zeigt nur den Aufbau. Ersetzen Sie jede Angabe durch die Daten Ihres Instruments, und schreiben Sie nichts ab, was auf Ihre Gitarre nicht zutrifft.
Konzertgitarre, Gitarrenbauer aus Madrid, 1982, Zederndecke massiv, mit Koffer
Ich verkaufe meine Konzertgitarre, die ich seit 2005 spiele. Ich habe ein zweites Instrument gekauft, und diese Gitarre soll wieder gespielt werden, statt im Koffer zu liegen.
Eckdaten: Gitarrenbauer und Werkstatt laut Zettel im Schallloch (siehe Foto), Baujahr 1982, Decke Zeder massiv, Boden und Zargen Palisander massiv, Hals Zeder, Griffbrett Ebenholz, Mensur 650 mm, Sattelbreite 52 mm.
Klang und Spielbarkeit: warmer, runder Ton mit kräftigem Bass, gute Trennung der Stimmen. Saitenlage am 12. Bund 3,8 mm (E6) und 3,2 mm (e1). Neue Saiten aufgezogen.
Zustand: sehr gut für das Alter. Typische Spielspuren unterhalb des Schalllochs, kleine Delle (ca. 3 mm) an der oberen Zarge, Diskantseite. Bünde mit leichten Einlaufspuren in den ersten Lagen, kein Schnarren.
Reparaturen: Haarriss im Boden 2016 vom Gitarrenbauer geleimt, seitdem stabil, Rechnung vorhanden. Sonst keine Reparaturen, Lack original.
Zubehör: Hartschalenkoffer, Rechnung der Reparatur.
Preis: 0.000 € VB. Kein Tausch.
Abwicklung: Anspielen und Abholung in [Ort] gern nach Absprache. Versand versichert im Koffer und Gitarrenkarton möglich, Kosten trägt der Käufer.
Dies ist ein Privatverkauf. Die Ware wird unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung verkauft. Die oben genannten Mängel sind bekannt und im Preis berücksichtigt.
Für eine E-Gitarre ergänzen Sie Tonabnehmer, Elektrik, Halsbefestigung und Gewicht. Bei einer Westerngitarre nennen Sie die Korpusform und, falls vorhanden, das Tonabnehmersystem. Bei einer Flamencogitarre gehören Blanca oder Negra, das Golpeador und die Art der Mechaniken dazu.
Den Preis festlegen
Der Preis ist der Teil der Anzeige, an dem die meisten Verkäufer scheitern. Ist er zu hoch, meldet sich niemand. Ist er zu niedrig, verschenken Sie Geld, und erfahrene Käufer werden misstrauisch. Vergleichen Sie zunächst tatsächlich erzielte Preise für dasselbe Modell im selben Zustand, nicht die Wunschpreise anderer Inserate. Ziehen Sie für Reparaturen, getauschte Teile und Nachlackierungen ehrlich etwas ab. Legen Sie für Originalkoffer, Belege und eine bekannte Geschichte etwas drauf.

Bei Massenmodellen reicht ein solcher Vergleich oft aus. Bei Vintage-Gitarren, Meisterinstrumenten spanischer Gitarrenbauer oder historischen Gitarren hängt der Wert an Details, die nur Fachleute sicher beurteilen: Originalität der Teile, Baujahr, Werkstatt, Zustand der Decke. Unsere Anleitung zur Gitarrenbewertung und die Checkliste für Sammler helfen Ihnen bei einer ersten Einschätzung. Bei signierten Instrumenten lesen Sie vorher unseren Beitrag zum Wert signierter Gitarren. Eine Unterschrift steigert den Preis nur, wenn sie belegt ist.
Setzen Sie den Preis mit etwas Verhandlungsspielraum an, aber nicht künstlich hoch. „VB“ wird in Deutschland fast immer als Einladung zum Handeln verstanden. Wenn Sie nicht handeln wollen, schreiben Sie „Festpreis“.
Fehler, die Käufer abschrecken
- Fehlende Eckdaten: ohne Baujahr und Modell keine Suchtreffer und keine ernsthaften Anfragen.
- Verschwiegene Mängel: sie fallen beim Anspielen auf und beenden das Gespräch oder führen später zum Streit.
- Übertreibungen: „Klingt wie eine 100.000-€-Gitarre“ glaubt niemand.
- Unscharfe oder dunkle Fotos: wer nichts zeigt, scheint etwas zu verbergen.
- Unklare Abwicklung: wenn Versand, Zahlung und Abholung offen bleiben, folgen Dutzende Rückfragen.
- Falsche Tonbezeichnungen: wer Stimmungen oder Akkorde angibt, schreibt nach deutscher Konvention H für den Ton und B für den Halbton darunter. Bei Offenen Stimmungen wie DADGAD sollten Sie klar angeben, worauf die Gitarre eingestellt ist.
Unsere Sicht: Was eine Anzeige für ein besonderes Instrument leisten muss
Wir prüfen jeden Tag Gitarren, die Menschen bei uns kaufen oder in Kommission geben, und sehen dabei viele private Anzeigen. Bei Gebrauchsgitarren aus der Serienfertigung gibt es selten Probleme, wenn Daten, Fotos und Preis stimmen. Bei Vintage-, historischen und handgefertigten Gitarren dagegen entscheidet die Anzeige darüber, ob ein Instrument als Sammlerstück wahrgenommen wird oder als „alte Gitarre“.
Der Unterschied liegt fast immer im Detail: ein Zettel, der richtig gelesen wird, eine Reparatur, die als fachgerecht belegt ist, eine Decke, deren Holz sicher bestimmt ist. Käufer in diesem Segment zahlen für Gewissheit. Fehlt sie, rechnen sie mit dem schlimmsten Fall und bieten entsprechend wenig. Unser Rat ist deshalb einfach: Schreiben Sie nur, was Sie belegen können, zeigen Sie alles, was Sie wissen, und holen Sie bei einem wertvollen Instrument vorher eine fachliche Einschätzung ein. Eine ehrliche Anzeige mit belastbaren Angaben verkauft auf Dauer besser als eine geschönte.
— Vintage
Wenn Sie die Anzeige lieber nicht selbst schreiben
Nicht jeder möchte Fotos machen, Anfragen beantworten und Fremde zum Anspielen empfangen, schon gar nicht bei einem Instrument von hohem Wert. Vintage Guitar World bietet dafür den Verkauf in Kommission an. Fachleute prüfen und beschreiben Ihre Gitarre, und sie wird Käufern angeboten, die gezielt nach Vintage-, Meister- und historischen Gitarren suchen. Wenn Sie selbst verkaufen möchten, erhalten Sie bei uns auch Zertifikate und Wertgutachten, die Ihrer Anzeige Gewicht geben. Welcher Weg zu Ihrer Gitarre passt, vergleicht unser Beitrag privat oder an den Händler verkaufen.
Häufige Fragen
Wie lang sollte eine Verkaufsanzeige für eine Gitarre sein?
So lang, dass alle Eckdaten, der Zustand, die Reparaturen und die Abwicklung drinstehen, meist 150 bis 300 Wörter. Bei einer Serien-E-Gitarre reicht weniger, bei einer Meister- oder Vintage-Gitarre darf es mehr sein. Wichtiger als die Länge ist eine klare Gliederung mit kurzen Absätzen und einer Liste der Eckdaten.
Muss ich kleine Kratzer wirklich erwähnen?
Ja, zumindest gesammelt als „übliche Spielspuren“ und mit Foto, auffällige Stellen einzeln mit Ort und Größe. Bekannte Mängel, die Sie nicht nennen, können Ihnen trotz Gewährleistungsausschluss Ärger einbringen. Und Käufer, die beim Anspielen nichts Neues entdecken, verhandeln seltener nach.
Was ist meine Gitarre wert?
Das hängt von Hersteller, Modell, Baujahr, Originalität und Zustand ab. Vergleichen Sie tatsächlich erzielte Preise für dasselbe Modell. Bei Vintage-, historischen und handgefertigten Gitarren lohnt sich eine Bewertung durch Fachleute, weil kleine Details den Wert stark verändern.
Soll ich die Seriennummer in der Anzeige zeigen?
Die Seriennummer hilft Käufern, Baujahr und Echtheit zu prüfen, und gehört deshalb in die Anzeige. Viele Verkäufer zeigen sie teilweise unkenntlich und geben sie ernsthaften Interessenten vollständig. So bleibt sie nachvollziehbar, ohne dass jemand Ihre Angaben für eigene, gefälschte Anzeigen kopieren kann.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Secondhand-Verkauf, Gebrauchtes online sicher und erfolgreich verkaufen
- Verbraucherzentrale: Regeln für Online-Auktionen
- Geld und Verbraucher e.V.: Rechtliches zum Privatverkauf von gebrauchten Dingen

